minet
- eine Sendereihe zum Thema Minderheiten
Die TV-Sendereihe minet - Minderheitenmagazin gibt es seit dem Jahr 2004. Sendestart war der 2. Juni und minet berichtete damals über die Situation in Zypern, den Minderheitenkongress in Brüssel, über die Sprache der Tuwa sowie über Migranten in Südtirol. Von Beginn an war es den Sendungsmachern ein Anliegen, das Bewusstsein für die eigene Minderheitenposition in Südtirol zu schärfen, um damit diese in einen größeren Kontext zu stellen. Das Ziel von damals und heute ist, die komplexe Vielfalt des Begriffes „Minderheit“ fernsehgerecht darzustellen – den Begriff bildhaft begreifbar zu machen und ihn jenseits politischer Zuordnungen zu präsentieren.
Der Begriff „Minderheit“ wird praktisch auf alle Gruppen angewandt, die zahlenmäßig weniger als die Hälfte einer gegebenen Bevölkerung oder Gruppe ausmachen, deren Erscheinen und
Auftreten von den vorherrschenden Sitten und Verhaltensweisen abweicht, jenen also, die weniger Einfluss als die restliche Bevölkerung haben. minet stellt sich deshalb
auf die Seite der angeblich Schwächeren und widmet sich den Minderheiten in all ihrer Vielfalt. minet sucht nach Minderheiten-Stärken, um aus dem speziellen
minet-Fokus gesehen, gesellschaftlichen Reichtum anschaulich darzustellen, der in einer immer öder werdenden TV-Landschaft kaum mehr Beachtung findet.

minet-Selbstverständnis
minet versteht sich als Plattform einer zeitgemäßen Bewusstseinsbildung und gleichzeitig als Netzwerk hinsichtlich eines weit gefassten Minderheitenbegriffes. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Entwicklung neuer Begrifflichkeiten, Thematiken und Rahmenbedingungen für Minderheiten weltweit gelegt, die im Kontext einer globalisierten Wirtschaft neue Instrumente eines Netzwerkdenkens – ob kulturell, politisch, gesellschaftlich, ethnisch oder religiös – entwickeln müssen. minet thematisiert im Unterschied zu vielen anderen nach Quoten und Werbeschaltungen abhängigen Magazinen, den Vergleich von unterschiedlich gelebten ökonomischen Lebensmodellen und macht somit ein komplexes Netzwerk einer sowohl politischen als auch wirtschaftlich globalisierten Welt auf erstaunliche und nachhaltige Weise sichtbar.
Was wissen wir über die islamischen Minderheit der Aymedija in Pakistan, den Russen im lettischen Riga oder in Estland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, oder den U´WA Indianern in Kolumbien? Wie steht es um die alten autochthonen Minderheiten, wie um die neuen Minderheiten, die Migranten? Was wissen wir über baskische Minderheitenzeitungen, über Kindersoldaten in Somalia, oder über die Sorgen der Sorben?
minet recherchiert und pflegt Kontakte zu jenen, die kaum ein Sprachrohr finden und spielt damit einen Magazincharakter – für Minderheiten, der es sich daneben auch erlaubt, den Pakistani und seine neue chemische Reinigung in einer kleinen Südtiroler Gemeinde zu besuchen, oder über den Apfelbauer eines kleinen Seitentales in Südtirol zu berichten, der um den Erhalt einer aussterbenden Apfelsorte kämpft. minet erkundigt sich über die Feinheiten und lokale Färbungen der internationalen Gebärdensprache und Blindenschrift oder über heimliche Tücken von Linkshändern in einer Rechtshänderwelt. minet wird somit zum Kommunikator im Netzwerk vieler Minderheiten und hat gerade deshalb auch ein offenes Ohr für die Vielfalt von Sprachen und Dialekten. Wie hat sich die limburgische Sprache entwickelt? Wie viele Menschen sprechen die karäische Turksprache in Litauen? Was hat der Dialekt „Guardiolo“ mit dem Okzitanischen zu tun? Gab es einmal Bestrebungen für einen Esperantostaat? Antworten auf solche Fragen stehen bei minet im Zentrum.
Die TV-Sendereihe minet wird seit Juni 2004 im Abendprogramm des Senders Bozen auf den lokalen Frequenzen der RAI ausgestrahlt.


